Heute veröffentlichte Reporter ohne Grenzen den ersten Teil ihrer Jahresbilanz der Pressefreiheit (pdf). Demnach sind derzeit 54 Journalist_innen entführt sowie 153 hauptberufliche Journalist_innen inhaftiert. Die Entführungen konzentrieren sich auf die arabischen Bürgerkriegsländer Syrien, Jemen, Irak und Libyen. Dort setzen bewaffnete nichtstaatliche Gruppen auf diese Weise ihren Herrschaftsanspruch durch und bringen kritische Stimmen zum Schweigen. Über das Schicksal von acht Journalist_innen, die dieses Jahr verschwunden sind, liegen keine verlässlichen Informationen vor.
Besonders heraus sticht bei der Gesamtzahl der Verhaftungen die Türkei: Sie macht elf Prozent aller Verhaftungen weltweit aus. Dies sei „ein deutlicher Beleg für die Zunahme der staatlichen Repressionen dort“.
Die erschreckend hohe Zahl von Entführungen zeigt, dass bewaffnete Gruppen gerade in den arabischen Krisenstaaten vor nichts zurückschrecken, um Kritik und unabhängige Informationen zu unterdrücken. […] Dass die Hälfte aller weltweit inhaftierten Journalisten in den Gefängnissen Chinas, Ägyptens, des Iran und Eritreas sitzen, spricht Bände über den verheerenden Zustand der Pressefreiheit in diesen Ländern.
Den zweiten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit mit den Zahlen getöteter Journalist_innen sowie den gefährlichsten Regionen für Reporter_innen veröffentlicht Reporter ohne Grenzen am 28. Dezember.
[Update:] Wir wurden darauf hingewiesen, dass es auch eine deutsche Übersetzung der Jahresbilanz gibt. [/Update]